Sommerlügen
01.09.2010

Kurzgeschichten zum Sommer-Ende

Von und mit Kurt Schnidrig
Moderation:  Simon Kalbermatten

Der September kommt, der Sommer geht zu Ende. Was hatte man sich doch für die schöne Sommer- und Ferienzeit so alles vorgenommen! Einige Sommer-Pläne haben sich realisieren lassen, vieles ist aber auch nur Illusion und Fantasie geblieben. „Sommerlügen“ – so heisst der Sammelband mit Kurzgeschichten zum Sommer-Ende, die der Autor Bernhard Schlink vorlegt. In seinen Geschichten ist der Sommer auch ein Symbol für die Jugend, und somit ist das Ende des Sommers ein Symbol für das Älterwerden. Am Ende des Lebens-Sommers zieht man Bilanz. Man deckt die Lügen, mit denen man jahrelang gelebt hat, behutsam auf: Die verfehlten Lebensentwürfe, die enttäuschten Liebeshoffnungen – das sind Alterseinsichten im September des Lebens. Und daraus entstehen so schwermütig schöne Erzählungen, wie sie Autor Bernhard Schlink schreibt.

Jeder Sommer geht einmal zu Ende, der Alltag hat uns wieder, und da stellt sich die Frage: Was bleibt von den sommerlichen Ferien-Träumen? Die Geschichte mit dem Titel „Nachsaison“ gibt eine Antwort auf diese Frage. Nachsaison, das ist die Zeit der halbleeren Strandcafés und der fast menschenleeren Strände. Zwei Wanderer am halbleeren Strand treffen sich, setzen sich zusammen und verlieben sich ineinander: Richard und Susan. Der Flug zurück in die Heimat steht kurz bevor. Ein letztes Mal schwimmt das frisch verliebte Paar ins Meer hinaus. Dann kommt das Ferien-Ende und damit die Trennung. Richard ist wieder zu Hause, der Alltag und das alte Leben bricht wieder über ihn herein. Hat er sich nicht für ein neues Leben entscheiden wollen? Für ein Leben mit Susan? Abends beim Einschlafen kommt das letzte Bild von Susan in ihm hoch. Es ist das Bild eines Abschieds: Susan, die auf den Stufen zum Flugzeug steht und lacht und weint…

Und später in der Sendung: Wer im Sommer dem Alltags-Rummel entfliehen will, der zieht sich mit seinen Lieben zurück in die Berge oder an einen stillen Ort. Aber auch die Idylle in der Abgeschiedenheit geht einmal zu Ende. Nicht alle können und wollen das akzeptieren. Das zeigt die Geschichte mit dem Titel „Das Haus im Wald“ aus dem Sammelband „Sommerlügen“ von Autor Bernhard Schlink. Für einen Sommer lang wollte ein Familienvater weg vom Lärm, vom Gezänk und von den Gehässigkeiten der Grossstadt. Doch als seine Frau die Abgeschiedenheit nutzt um ein Buch zu schreiben, ist es mit der trauten Familiengemeinsamkeit vorbei. Sie erhält einen Buchpreis und die Medien rücken an. Der Familienvater möchte die Idylle im Haus im Wald retten und die Familie vor dem Rummel bewahren. Er kappt die Telefon-Leitungen und die Internet-Kabel und verbarrikadiert den Zufahrtsweg zu „seiner“ Sommer-Idylle, zu seinem Haus im Wald. Als Frau und Tochter eines Nachts die Flucht ergreifen, endet die Autofahrt frühzeitig und unglücklich…

Und noch eine „Sommerlüge“: Wie verbringt ein Mensch den Sommer, wenn er genau weiss, dass es sein letzter sein wird? Die Geschichte mit dem Titel „Der letzte Sommer“ handelt vom krebskranken Thomas. Er hatte alles eingefädelt, damit sein letzter Sommer im Kreise seiner Familie wunderschön werden würde. Zum Sommer-Ende hin, wenn die Schmerzen unerträglich sein werden, wollte er mit Hilfe eines Sterbe-Cocktails, umgeben von seinen Lieben, aus dem Leben scheiden. Als seine Frau jedoch den Sterbe-Cocktail entdeckt, durchschaut sie das Spiel, das Thomas mit ihr und mit der Familie plant. „Nein, ich bin nicht eine Maschine, die du ein- und ausschalten kannst“, sagt sie, packt die Koffer und verlässt ihn. Was wird jetzt von dem letzten Sommer bleiben, den Thomas so sorgfältig eingefädelt hatte?

Und zum Schluss: Grossmutter Nina hört plötzlich auf, ihre Kinder zu lieben. Aus der mütterlichen Verantwortung entlassen, fehlt ihr jetzt der Wille zum Lieben. „Liebe ist keine Sache des Gefühls, sondern des Willens“ – nach diesem Grundsatz hatte Nina all die Jahre gelebt. Die Tochter versucht Grossmutters plötzliche Liebesverstimmung zu ergründen. Dabei stösst sie auf Grossmutter Ninas grosse und unerfüllte Jugendliebe. Als junge Frau hatte sich Grossmutter damals in einen Südländer verliebt, doch die beiden hatten nicht aufeinander gewartet, sie hatten sich verpasst. Grossmutter Nina tritt die Reise nach Süden an, um ihre Jugendliebe zu suchen und dabei nach all den Jahren sich selber zu finden…

Literaturangaben zur Sendung:

  • Bernhard Schlink: „Nachsaison“. Aus: Sommerlügen. Diogenes Verlag, 2010.

  • Bernhard Schlink: „Das Haus im Wald“. Aus: Sommerlügen. Diogenes Verlag, 2010.

  • Bernhard Schlink: „Der letzte Sommer“. Aus: Sommerlügen. Diogenes Verlag, 2010.

  • Bernhard Schlink: „Die Reise nach Süden“. Aus: Sommerlügen. Diogenes Verlag, 2010.

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Alpin - Literatur
25.08.2010

Emil Zopfi wird für seine Bergromane ausgezeichnet

Von und mit Kurt Schnidrig
Moderation:  Andrea Zumofen

Alpin-Literatur ist im Trend. Dabei war das nicht immer so. Lange Zeit hatte die Sparte der Alpin- Literatur einen faden Beigeschmack. Das war historisch bedingt. In den Dreissigerjahren haben in Deutschland die Nationalsozialisten Bergbücher und Bergfilme für ihren Heldenkult missbraucht. Dazu kommt, dass die Bergtexte bei uns während Jahrzehnten in die Ecke der Heimatliteratur gestellt wurden. Dies ganz im Gegensatz zu Ländern wie England, wo die Alpin – Literatur schon immer eine grosse Wertschätzung genoss. Der neueste Trend wurde ausgelöst durch die vielen Gipfelstürmer, die ihre Abenteuer in Form von Erlebnisliteratur veröffentlichen. Der Glarner Autor Emil Zopfi hat sich an ihre Fersen geheftet und ein Buch herausgebracht mit dem Titel „Dichter am Berg“.

Emil Zopfi erhält die Ehrenmedaille der King Albert Memorial Foundation. Diese Auszeichnung hat er sich verdient mit seinen Geschichten, die sich im Gebirge abspielen. Im Alpinismus gibt es Tod und Glück, Höhen und Tiefen, Aufbruch und Heimkehr. Das ist der Stoff, aus dem gute Geschichten sind. In seinen Erzählungen zeigt Zopfi, wie man in den Bergen buchstäblich seinen eigenen Weg finden kann. So gesehen sind diese Geschichten auch eine Art Gesellschaftskritik. „Ich schreibe, um dem Gefängnis zu entrinnen“, sagt er, und er meint mit dem Gefängnis alles, was uns im täglichen Trott behindert, einschränkt und manipuliert.

Und weiter in der Sendung: Von Emil Zopfi erscheint soeben ein Berg-Krimi mit dem Titel „Finale“. Die Protagonistin ist die Bergführerin Andrea Stamm. Während einer Kletterwoche stürzt sie ab und verletzt sich schwer. Ist ihr ihre eigene Routine zum Verhängnis geworden? Hat jemand aus ihrer Gruppe einen Fehler beim Sichern am Berg begangen? Andreas Freund glaubt nicht, dass es ein Unfall war. Er recherchiert und plötzlich sieht alles nach einem Verbrechen aus. Andreas Freund muss sich entscheiden: Für seine Karriere als Chefarzt oder für seine Liebe zu Andrea. Ein faszinierender Alpin – Krimi mit psychologischem Hintergrund. Was aber unterscheidet diesen Krimi von anderen? Die Krimi-Handlung inklusive Liebesgeschichte spielt sich in einer wunderbaren alpinen Szenerie ab. Trotzdem gibt es auch hoch oben im Gebirge Menschen mit einem kalten Herzen, so kalt wie ein Bergkristall. Alle Figuren sind aus dem alpinen Alltag entlehnt, besonders die Hauptperson, Andrea Stamm, eine erfahrene Bergführerin und virtuose Kletter-Künstlerin.

Und zum Schluss: Der Spätsommer ist ideal für Bergwanderungen. Ein Bildband mit dem Titel „Alte Wege – neu gesehen“ macht Lust auf unvergessliche Wanderungen. Überwältigende Fotos des Alpinisten Hans-Dieter Finck zeigen die alten Wege in ungewohnten Perspektiven. Beim Betrachten der Bilder und beim Lesen der Texte entsteht der Eindruck, neue Wege und neue Landschaften zu entdecken, obschon vieles für uns Walliser doch so nah und scheinbar bekannt ist: Die Hälenplatte auf der Grimsel zum Beispiel an der sogenannten Via Sbrinz oder die Gemmiwand als Teil der Via Cook. Mir persönlich ist es so ergangen mit der Via Stockalper. Wer an dem alten historischen Fuss- und Saumpfad wohnt, der von Brig auf den Simplon führt, der wird den vielmals begangenen Weg mit ganz anderen Augen betrachten. Man erfährt, wie vor 300 Jahren die Zeiten gefährlich waren, wie man unter Lebensgefahr die Stufen aus Steinplatten hinauf zur Taferna verlegen musste, und wie da immer Menschen mit dem Risiko von Steinschlag, Lawinen oder räuberischen Überfällen leben mussten. Wahrscheinlich wird es Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, ähnlich ergehen: Man fasst nach der Lektüre den Vorsatz, jetzt im Spätsommer wieder einmal in flotter Begleitung diese oder jene Tour auf alten Wegen zu wagen, und dabei viel Neues zu entdecken.

Literaturangaben zur Sendung:

  • Emil Zopfi: Dichter am Berg. AS Verlag, 2010.

  • Emil Zopfi: Finale. Berg-Krimi im Limmat-Verlag, 2010.

  • Heinz Dieter Finck: Via Storia – Kulturwege Schweiz – Alte Wege-neu gesehen. Weber AG Verlag, 2010.

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Anders als die anderen
18.08.2010

Bücher für Erstleser

Von und mit Kurt Schnidrig
Moderation:  Andrea Zumofen

Für die jüngsten Schülerinnen und Schüler in der Grundstufe ist der Schulanfang ein einschneidendes Ereignis. Interessante Lesestoffe ermöglichen einen motivierenden Einstieg, denn vielfach entscheidet sich schon früh, ob aus einem ABC-Schützen auch eine gute Leserin oder ein guter Leser wird. Zum Schulbeginn sind besonders viele Bilderbücher erschienen zum Thema „Anderssein“.

In unserer multikulturellen Schullandschaft mit Schülerinnen und Schülern aus verschiedensten Nationen drängt sich das Thema „Anderssein“ auf. Zudem macht die Integration von behinderten Kindern („anders Begabten“) in die Regelklassen grosse Fortschritte. Und nicht zuletzt stehen auch philosophische Fragestellungen an:  Was ist denn normal? Und was ist anders? Normal ist, was zu einem passt! Doch woher weiss man, was zu einem passt? Und schon beginnt das Philosophieren und das Fragenstellen. Und das eben können Kinder, wenn man ihnen genau zuhört und die Welt mit ihren Augen betrachtet, zum Beispiel mit Hilfe der Erzählbilder von Eva Muggenthaler im Bilderbuch aus dem mixtvision Verlag. Die Bilder lassen sich mit Worten nicht erschöpfend übersetzen, denn sie sind vieldeutig und eben nicht eindeutig. Sie motivieren Kinder dazu, immer neue Geschichten zu erfinden.

Und später in der Sendung: Ein Kind soll gut damit umgehen können, dass es nicht gleich ist wie die anderen. Das Anderssein macht uns besonders und originell. Das zeigt die Geschichte von der fliegenden Ziege. Die „Fliege-Ziege“ soll Kinder dazu ermutigen, ihre eigenen besonderen Fähigkeiten anzunehmen, auch wenn sie allgemein nicht als solche anerkannt sind.

Kinder träumen gerne von ausgefallenen Berufen. Leider lässt sich aber später nicht immer all das realisieren, was man sich als Kind erträumt hat. Das Erwachsenen-Leben ist nämlich ganz „anders“ als die Kinder-Fantasien. Auf das Anderssein des Erwachsenen-Lebens können wir unsere Kinder vorbereiten. Zum Beispiel mit dem Bilderbuch „Wenn ein Müllmann zaubert“. Treffend und ohne Pathos erzählt das Buch von der Desillusionierung, die das Erwachsenenleben mit sich bringen kann.

Und zum Schluss: Kinder müssen schon früh lernen, an sich selber zu glauben und viel Selbstbewusstsein zu entwickeln. Dass es im Leben nicht immer Qualifikation, Fleiss oder Ehrgeiz sind, die über das Gelingen von Plänen und Projekten entscheiden, sondern viel häufiger die innere Einstellung und das „richtige Denken“, das zeigt das Bilderbuch „Wanda Walfisch“. Das Buch dokumentiert Wandas Wandlung vom traurigen und pummeligen Kind zum furchtlosen Mädchen. Eine Geschichte, die Kinder ermuntern will, an sich selbst zu glauben.

Literaturangaben zur Sendung:

  • Eva Muggenthaler: Als die Fische spazieren gingen.  mixtvision verlag, München 2010.

  • Heidemarie Brosche: Die Fliege-Ziege. Atlantis-Verlag, Zürich 2010.

  • Marjaleena Lembcke: Wenn ein Müllmann zaubert. Verlag Boje, Köln 2010.

  • Davide Cali: Wanda Walfisch. Atlantis Verlag, Zürich 2010.

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Reif für die Insel?
11.08.2010

Exotische und utopische Inselgeschichten

Von und mit Kurt Schnidrig
Moderation: Petra Imsand

Romantische Inseln sind ein Symbol für das Glück, oder zumindest sind sie ein Symbol für unsere Sehnsucht nach dem Glück. In einer kaputten und stressigen Welt bekommt die Insel als Motiv in der Literatur eine immer grössere Bedeutung. Inselgeschichten sind vielleicht gerade deshalb zur Zeit ein literarischer Trend. Das Spektrum reicht von exotischen Südsee-Inseln bis zur virtuellen Insel wie „Second Life“ und digitalen Game-Welten. Isabel Allende, die weltweit erfolgreichste Autorin, hat ebenso eine Inselgeschichte verfasst wie auch Rolf Lappert, der aktuelle Schweizer Buchpreisträger.

Isabel Allendes Geschichte „Die Insel unter dem Meer“ spielt sich auf Haiti ab. Die Insulaner dort sind überzeugt, dass die Seelen der Ahnen von einer Insel unter dem Meer kommen, um den Armen und Unterdrückten zur Seite zu stehen. Isabel Allende erzählt von jener unglücklichen Zeit am Ende des 19. Jahrhunderts, als die Sklaverei auf Haiti noch andauerte. Auf den Plantagen wurden die Sklaven mit äusserster Brutalität ausgebeutet. Mehr als vier bis sechs Jahre habe dort keiner überlebt, erzählt Allende. In dieser Atmosphäre aus Unterdrückung und Gewalt war der traditionelle afrikanische Voodoo-Glaube für die Sklaven eine Stütze und ein Halt. „Dieser Glaube machte die Sklaven äusserst mutig. Wenn sie in den Kampf zogen, waren sie überzeugt, dass die Seelen der Ahnen von der Insel unter dem Meer gekommen sind, um Seite an Seite mit ihnen zu kämpfen.“ Mit der Hilfe der Ahnen von der Insel unter dem Meer wurde das Land unabhängig, es wurde zur ersten schwarzen Republik. Die Schilderung und die Darstellung Allendes sind so intensiv, dass man beim Lesen manchmal das Gefühl hat, die Urwaldfeuer zu riechen und die Brandung des Meeres zu hören.

Und weiter in der Sendung: Vor kurzem hat er den Schweizer Buchpreis erhalten, jetzt wartet er mit einer faszinierenden Inselgeschichte auf. Der neue Roman von Rolf Lappert trägt den Titel „Auf den Inseln des letzten Lichts“. Die Geschichte spielt sich auf einer paradiesischen Pazifik-Insel ab, aber die tropische Traumwelt wird plötzlich zu einem Albtraum. Die kämpferische Tierschützerin Megan – sie scheint so etwas wie Lapperts zweites Ich zu sein - bietet einer dort ansässigen Forschungs-Institution ihre Arbeit an. Allmählich durchschaut sie das verlogene Paradies, in dem Mensch und Tier nur scheinbar in Harmonie leben. Sie entdeckt, dass die „Inseln des letzten Lichts“ am südlichen Rand der Philippinen von skrupellosen Kriminellen beherrscht werden. In den Körpern unterirdisch gefangen gehaltener Affen werden für Pharmakonzerne extrem gefährliche Viren produziert wie Ebola, Sars und HIV. Rolf Lapperts Roman mündet in einem melodramatischen und hochgestylten Finale. Megan, die sich in die Biologin Esther verliebt hat, findet ihre tödlich verwundete Freundin. Sie war in die Geschäfte der Gangster verwickelt. Megan entkleidet sich und schwimmt in einem kultischen Akt der Selbstaufopferung in die Unendlichkeit des Meeres hinein. Die grosse Geste zum Schluss des Romans ist nicht ganz frei von Edelkitsch, und der routinierten Leserschaft wird Ähnliches auch schon anderswo untergekommen sein.

Und zum Schluss: Eine utopische Geschichte erzählt von einer Klima-Insel. Auf einer schwimmenden Insel namens „Lilypad“ sollen die Flutopfer nach der grossen Klimakatastrophe einen Zufluchtsort finden. „Wenn der Zug abgefahren ist“, die Welt geprägt sein wird von Treibhauseffekt, Überschwemmung und Dürre, dann wird die schwimmende Insel ein neues Leben ermöglichen. Je 50‘000 Menschen soll so eine Klima-Insel beherbergen. Sie wird wie ein eigener Planet funktionieren, mit Tieren und Pflanzen, mit Strassen und Bergen versehen sein, und sie wird am Laufen gehalten durch Wind-, Wellen- und Sonnenenergie. Die Welt wird in eine Zweiklassengesellschaft zerfallen, die einen werden es auf die schwimmende Insel schaffen, die anderen werden als Widerstandskämpfer Löcher in die Inseln zu sprengen versuchen. Was ist nun die grössere Utopie: Die schwimmenden Klima-Inseln oder die Möglichkeit, dass sich die Menschheit umbesinnt und mehr in den Umwelt- und Klimaschutz investiert?

Literaturangaben zur Sendung:

  • Isabel Allende: Die Insel unter dem Meer. Suhrkamp Verlag, August 2010.

  • Volkmar Billig: Inseln. Geschichte einer Faszination. Verlag Matthes & Seitz, 2010.

  • Rolf Lappert: Auf den Inseln des letzten Lichts. Hanser Verlag, August 2010.

  • Friedrich von Borries: Klimakapseln und Klimainseln. Überlebensbedingungen in der Katastrophe. Edition Suhrkamp, 2010.

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